Gurkenkrankheiten – erkennen und richtig handeln

Endlich Sommer! Deine Salatschüssel steht schon bereit, jetzt werden bald die ersten Gurken reif. Doch plötzlich kränkeln Deine Pflanzen: welkes, fleckiges Laub, verkümmerte, eingerollte Triebe und dann fallen auch noch die Früchte ab. Hier erfährst Du, wie Du die Schadbilder richtig deutest und was Du dagegen unternehmen kannst.

So beugst Du Krankheiten vor

  • wähle resistente Sorten
  • wärmeempfindliche Sorten gehören ins Gewächshaus
  • pflanze veredelte Gurken
  • achte auf ausreichend große Pflanzabstände
  • leite die Pflanzen hoch und geize sie aus
  • achte auf eine konstante Bewässerung
  • überdünge die Pflanzen nicht
  • stärke Deine Gurken mit Pflanzenjauchen

Wenn Gurken krank sind

  • entferne sämtliche infizierte Pflanzenteile und entsorge sie im Hausmüll
  • sammle Schädlinge ab
  • desinfiziere alle Rankhilfen und Gartenwerkzeuge
  • tausche bei gefährlichen Krankheiten die Erde an der Pflanzstelle aus
  • bringe Deinen Garten in ein natürliches Gleichgewicht
  • setze Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung ein
  • verwende ökologisch unbedenkliche Spritzmittel

Die ursprüngliche Heimat unserer Gurken ist Indien. Dort haben es die Kürbisgewächse schön warm und ausreichend feucht. In unseren Breiten leiden die empfindsamen Pflanzen unter dem Wechsel von heißen Tagen und kalten Nächten. Auch längere Trockenperioden gefolgt von heftigen Regengüssen behagen Gurken nicht. Ein kühler Sommer hemmt das Wachstum und schwächt die Pflanzen. Fühlen sich die Pflanzen aufgrund der Witterung nicht wohl, sind sie anfälliger für Krankheiten und Schädlingsbefall. Manchmal treten auch Schaubilder auf, die keine parasitäre Ursache haben. Nicht alle Gesundheitsprobleme Deiner Gurken lassen sich verhindern. Du kannst aber einiges tun, damit Pilze, Viren, Bakterien und tierische Schädlinge kein leichtes Spiel mit Deinen Gurkenpflanzen haben.

10 Tipps für gesunde Gurken

1. Pflanze resistente Sorten
Der beste Schutz ist der Anbau resistenter Pflanzen. Das erspart Dir viel Arbeit und Ärger. Erkundige Dich beim Kauf von Jungpflanzen genau, ob diese widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Wer selbst sät, sollte das Kleingedruckte auf der Samenpackung studieren und im Zweifel besser eine robustere Sorte wählen.

2. Ziehe Deine Gurken im Gewächshaus
Wer ein Gewächshaus besitzt, sollte empfindliche Sorten unter Glas kultivieren. Das feuchtwarme Gewächshausklima kommt den Verhältnissen in ihrer subtropischen Heimat nahe und wird von den Pflanzen besser vertragen.

3. Veredle Deine Gurken
Die Veredelung von Gurken auf eine Kürbis-Unterlage erhöht die Kältetoleranz der Pflanzen und macht sie damit weniger anfällig für diverse Erkrankungen. Mit etwas Übung gelingt es auch Hobbygärtnern, ihre Gurken erfolgreich zu veredeln. Wer sich die Gurkenveredelung doch nicht selbst zutraut, kann im Gartenfachhandel bereits veredelte Jungpflanzen kaufen.

"Besonders gut geeignet als Unterlage für Gurken ist der Feigenblatt-Kürbis. Die Sorte zeichnet sich durch ihre Unempfindlichkeit gegenüber niedrigen Temperaturen aus."
Hinweis

4. Achte auf ausreichend große Pflanzabstände
Ein weiterer wichtiger Punkt, um Deine Gurken gesund zu halten, ist die richtige Pflege. Das beginnt beim Einhalten von angemessenen Abständen zwischen den einzelnen Pflanzen. Nur so kann die Luft gut zirkulieren und damit das Laub abtrocknen. Feuchtes Blattwerk begünstigen die Entstehung von Pilzerkrankungen.

5. Geize Deine Gurken aus
Insbesondere bei beengten Verhältnissen im Gewächshaus, kannst Du durch das Ausgeizen der Pflanzen einen lockeren, luftigen Wuchs erzielen, der Pilzsporen die Ausbreitung erschwert.

6. Leite die Pflanzen hoch
Kletternde Gurken sind gesünder. Anstatt am feuchten Boden zu kriechen, wo Krankheitserreger in der Erde lauern, genießen die Pflanzen die Frischluft in luftiger Höhe. Darüber hinaus hast Du so einen bessern Überblick über Deine Gurkenpflanzen, kannst sie besser pflegen, leichter ernten und Krankheiten und Schädlinge schneller erkennen.

7. Gieße Deine Gurken regelmäßig
Das richtige Gießen ist für Gurken überlebenswichtig. Die Pflanzen sind auf eine konstante, gleichmäßige Wasserversorgung angewiesen. Nur so können sie sich entwickeln und gesunde Früchte bilden. Verwende zum Wässern Regenwasser oder abgestandenes, lauwarmes Leitungswasser. Gieße die Pflanzen niemals an heißen Tagen mit kaltem Wasser. Wässere ausschließlich im Wurzelbereich, benetze das Laub dabei nicht.

8. Setzte Düngemittel maßvoll ein
Gurken lieben nährstoffreiches Substrat. Dennoch solltest Du es mit der Nährstoffzufuhr nicht übertreiben. Überdüngte Pflanzen schießen hoch, ihr Gewebe ist nicht fest genug und damit anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Eine zu hohe Salzkonzentration im Boden kann die empfindlichen Wurzeln Deiner Gurken schädigen. Setze auf langsamer wirkende organische Düngemittel wie reifen Kompost, gut abgelagerten Stallmist und Hornspäne.

9. Pflanzenjauchen erhöhen die Widerstandsfähigkeit
Brennnesseljauche oder eine Jauche aus Ackerschachtelhalm ist Düngung und Pflanzenschutzmittel in einem. Die Jauche ist reich an Mineralstoffen und kräftig Deine Gurken. Verdünne das fertige Gebräu 1:10 mit Wasser und bringe es im Wurzelbereich aus.

"Setze 1 Kilo gehäckselte Kräuter in einem großen Gefäß mit 10 Liter Wasser an. Lass die Mischung 1 bis 2 Wochen gären. Die Jauche ist fertig, wenn keine Bläschen mehr aufsteigen."
So gehts

10. Entsorge befallene Pflanzenteile im Hausmüll
Pflanzenkrankheiten sind oft hochgradig ansteckend. Erkrankte Blätter, Triebe und Früchte dürfen daher nicht kompostiert werden, sonst verbreitest Du die Erreger mit dem Kompost im Garten. Bei besonders gefährlichen Gurkenkrankheiten muss die gesamte Pflanze entsorgt und die Erde an der Pflanzstelle ausgetauscht werden.

Krankheiten

Es gibt eine Vielzahl von Pflanzenkrankheiten, die Deinen Gurken das Leben schwer machen können. Manche kannst Du erfolgreich bekämpfen, bei anderen hilft nur das Entsorgen der betroffenen Pflanzen. Hier stellen wir Dir die unterschiedlichen Gurkenerkrankungen vor und sagen Dir, an welchen typischen Symptomen Du sie erkennen kannst.

Echter Mehltau

Die Blätter Deiner Gurken sind von einem weißlichen Pilzrasen überzogen? Anfangs sind die weißen Flecken noch klein, sie breiten sich jedoch rasch aus und verschmelzen miteinander. Das Laub vertrocknet, färbt sich braun und stirbt ab. Verzichte beim Anbau von Gemüse lieber auf den Einsatz von chemischen Spritzmitteln. Echter Mehltau lässt sich häufig mit einem ganz einfachen Hausmittel in den Griff bekommen: Milch enthält Milchsäurebakterien, die den Pilz angreifen, und stärkt gleichzeitig das Immunsystem der Pflanze. Vermische 100 Milliliter Milch mit 900 Milliliter Wasser und besprühe die erkrankte Gurkenpflanze täglich, bis eine Besserung der Symptome eintritt.

Falscher Mehltau

An den Blättern Deiner Pflanzen treten plötzlich kleine braune Flecken aus, die von einem gelbgrünen Saum umgeben sind. Wende das Blatt – befindet sich auf der Rückseite ein grauer Belag, dann leiden Deine Gurken unter dem Falschen Mehltau. Die Pilzerkrankung breitet sich vor allem bei feuchter Witterung rasant aus. Halte Deine Pflanzen daher möglichst trocken. Im Gewächshaus verzögert regelmäßiges Lüften die weitere Ausbreitung der Pilzsporen. Neemöl ist ein natürliches Fungizid aus den Früchten des Neembaums, das zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus eingesetzt werden kann.

Gurkenmosaik-Virus

Du entdeckst hellgrüne oder gelbliche Kreise am Laub Deiner Gurken, die jungen Blätter wirken verbeult. Die geschwächten Pflanzen sind nicht in der Lage, gesunde Seitentriebe zu bilden. Auch an den Früchten treten schließlich Flecken auf. Diese Symptome lassen auf die Gurkenmosaik-Erkrankung schießen. Das Virus tritt im Freiland und im Gewächshaus gleichermaßen auf. Sie befällt alle Vertreter aus der Familie der Kürbisgewächse, kann also auch auf Melonen- und Zucchinipflanzen übertragen werden. Häufig infizieren Blattläuse die Pflanzen mit dem Virus. Sinken oder schwanken die Temperaturen, verwelkt die Pflanze und kann absterben. Indem Du bei Blattlausbefall im Garten oder im Gewächshaus rasch handelst, verhinderst Du die Übertragung des Gurkenmosaik-Virus auf Deine Gurkenpflanzen. Mittlerweile gibt es auch viele Züchtungen, die gute Resistenzen gegen die Krankheit zeigen.

Gurkenblattflecken-Virus

Wenn an den ganz jungen Blättern Deiner Gewächshaus-Gurken chlorotische blassgrüne Flecken auftreten, in deren Mitte sich ein brauner Punkt befindet, lässt dies auf einen Befall mit dem Gurkenblattflecken-Virus schließen. Die Blätter sehen aus, als wären sie von Blasen überzogen.

Grünscheckungsmosaik-Virus

Deine Gurken wollen einfach nicht weiterwachsen. An den Blättern treten Schecken in verschiedenen Grüntönen auf. Die Früchte zeigen keine Symptome, allerdings ist der Ertrag stark reduziert. Die Erkrankung tritt bei Gewächshauskultur auf. Das Virus wird über den Pflanzensaft, über das Saatgut und über die Erde übertragen. Desinfiziere Schnittwerkzeuge, tausche das Substrat bei einer Neupflanzung aus und verwende das Saatgut infizierter Pflanzen nicht für eine Neuaussaat.

Eckige Blattfleckenkrankheit

Die Pflanzen bekommen eckige Flecken an den Blättern, die glasig bis ölig wirken. Sie verfärben sich mit der Zeit braun und haben einen auffälligen helleren Rand. Mit der Zeit stirbt das Gewebe an diesen Stellen ab und bricht heraus. Das Laub ist vielfach durchlöchert. Wenn Du die Blätter umdrehst, siehst Du bakteriellen Schleim, der auch die Früchte überziehen kann. Überhaupt sind die Früchte unterentwickelt und eingeschrumpft und weisen ebenfalls Flecken auf. Gegen diese gefährliche bakterielle Erkrankung gibt es kein wirksames Mittel. Die Krankheit kann über das Saatgut übertragen werden und in der Erde überdauern. Entsorge befallene Pflanzenteile im Müll und halte Deine Pflanzen möglichst trocken. Gieße ausschließlich im Wurzelbereich und achte darauf, dass das Gießwasser nicht vom Boden auf die Blätter spritzt.

Schwarzfäule

An den Blättern treten große Flecken auf, die an Pergament erinnern. Die Flecken breiten sich aus, verlaufen ineinander. Das betroffene Gewebe stirbt ab. Auf den Flecken entstehen schwarze, kegelförmige Gebilde. Die Triebe beginnen zu welken.

Stängelgrundfäule

Der Stängelgrund wirkt glasig, blass und gräulich, der Stängel schnürt sich ein und fault ab, die Pflanze kippt um. Meist tritt die Erkrankung im Gewächshaus nach dem Auspflanzen der Jungpflanzen auf. Starke Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen begünstigen die Ausbreitung. Die infizierten Pflanzen werden welk und sterben ab. Härte die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen gut ab. Pflanze sie am besten abends aus. Solltest Du mittels Tropfbewässerung gießen, richte die Düse nicht direkt auf den Stängelgrund.

Fusarium-Welke

An der Stängelbasis bilden sich Nekrosen, die die Pflanzen welken und absterben lassen. Die Fusarium-Welke tritt vor allem im Gewächshaus auf. Sie wird durch Pilzsporen ausgelöst, die weltweit im Boden vorkommen. Viele neu gezüchtete Gurkensorten verfügen über ein Resistenzgen gegen die Fusarium-Welke. Wer anfällige Sorten pflanzen möchte, sollte sie auf eine Kürbis-Unterlage pfropfen.

Verticillum-Welke

Junge Triebe welken plötzlich, obwohl die Pflanze ausreichend gegossen wird. Die Blätter werden fahl und schlaff. Warmes, trockenes Wetter fördert die Pilzinfektion, die sich vom Boden her ausbreitet und die Leitungsbahnen der Pflanze verstopft. Eine Brühe aus Ackerschachtelhalm, Wermut oder Wurmfarn stärkt die Pflanzen, sodass sie weniger anfällig für die Erkrankung sind. Auch Algenpulver erhöht die Widerstandskraft der Gurken gegen die Verticillum-Welke.

Sclerotinia-Welke

An Deiner Pflanze treten gelbliche oder weiße Stellen auf. Vor Deinen Blicken verborgen entwickelt sich im Inneren der Stängel und in den Früchten ein weißer, watteartiger Pilzbelag, der Pflanzenteile verwelken lässt. Warme, feuchte Witterung lässt die Sporen keimen, sie können sich aber auch über den Boden verbreiten und die Pflanze über die Wurzeln infizieren. In Gewächshäusern herrscht ein ideales Klima für die Verbreitung der Sporen. Lüfte regelmäßig und halte die Luftfeuchtigkeit unter 83 Prozent.

Gurkenkrätze

Die Früchte Deiner Gurken weisen dunkle, flach eingesunkene Flecken auf, die ein gelbes gummiartiges Sekret absondern. Wenn die Temperaturen nachts stark absinken, sodass es zu starker Taubildung kommt, ist die Gefahr eines Krankheitsausbruchs besonders groß. Durchlässige Böden und eine gute Luftzirkulation helfen, eine Infektion zu vermeiden. Neue Gurkensorten sind meist resistent gegen die Gurkenkrätze. Bei alte Sorten tritt die Pilzerkrankung aber noch auf. Wechsle jedes Jahr das Beet und pflanze Deine Gurken nicht an Standorten, wo zuvor andere Kürbisgewächse gewachsen sind.

Schädlinge

Nicht nur Pflanzenkrankheiten können Deinen Gurken zusetzen, auch viele tierische Schädlinge haben eine Vorliebe für die sensiblen Gewächse mit ihren großen, weichen Blättern. Da einige dieser Quälgeister die Pflanzen nicht nur durch ihre Fraß- und Saugtätigkeiten schädigen, sondern dabei auch Krankheitserreger übertragen, ist doppelte Vorsicht geboten. Schädlingsbefall lässt sich nicht komplett verhindern. In einem intakten Ökosystem nimmt er aufgrund der zahlreich vorhandenen Fressfeinde jedoch nicht überhand. Achte daher auf das ökologische Gleichgewicht in Deinem Garten.

So stellst Du das natürliche Gleichgewicht wieder her

  • vermeide Monokulturen und setze stattdessen auf Artenvielfalt, Mischkultur und Fruchtfolge
  • verwende Kompost und Tiermist anstelle von Kunstdünger
  • Gründüngung reichert den Boden mit Stickstoff an, sorgt für Bodendeckung, lockert den Boden, verbessert die Wasserversorgung und verhindert die Auswaschung von Nährstoffen
  • eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Laub hält den Boden feucht und unterdrückt unerwünschte Unkräuter
  • wähle von Natur aus widerstandsfähige Sorten aus
  • stärke Deine Pflanzen mit Pflanzenjauchen und -brühen
  • mache Deinen Garten für Nützlinge attraktiv
  • fördere Nutzinsekten und Vögel mit speziellen Nisthilfen
  • schaffe Lebensraum und Rückzugsorte für kleine und große Nützlinge
  • setze auf mechanische Methoden bei der Schädlingsbekämpfung
  • wenn der Einsatz von Spritzmitteln unvermeidbar ist, setze auf biologische Präparate

Das Wiederherstellen des ökologischen Gleichgewichts ist ein längerfristiges Projekt, das sich auf jeden Fall lohnt. Bis sich das Ökosystem gut eingependelt hat, solltest Du Deine Gurkenpflanzen regelmäßig auf Schädlingsbefall untersuchen und betroffene Pflanzenteile entfernen.

Im Gewächshaus sieht die Sache etwas anders aus. Da es sich bei diesem geschlossenen Raum nicht um eine natürliche Umgebung handelt, können sich Nützlinge nicht auf natürlichem Weg ansiedeln. Im Gartenfachhandel gibt es mittlerweile aber auch schädlingsvertilgende Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegenlarven, Schlupfwespen und Nematoden zu kaufen. Diese Tiere sind nur für die Schädlinge, nicht aber für den Menschen gefährlich. Du kannst sie nach Anleitung im Kleingewächshaus aussetzen. Je früher Du bei Schädlingsbefall handelst, desto schneller bekommst Du das Problem mithilfe von Nützlingen in den Griff.

 

Folgende Schädlinge sind häufig an Gurkenpflanzen zu finden:

Weiße Fliege

Kaum geschlüpft machen sich die kleinen Mottenschildläuse schon über die jungen Blätter und Triebe Deiner Gurken her. Nicht ihre Saugtätigkeit, sondern der Honigtau, den sie ausscheiden, kann den Pflanzen gefährlich werden. An diesem klebrig-süßen Belag siedeln sich gerne Rußtau-Pilze an, die die Atmung der Pflanze behindern können. Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Weißen Fliege. Besonders im Gewächshaus lassen sich diese Nützlinge leicht einsetzen.

Gemeine Spinnmilbe

Bei einem Befall durch diese Milbenart, bilden sich erst an der Blattunterseite winzige punktförmige Flecken. Einige Tage später kannst du diese Punkte auch auf der Oberseite der Blätter erkennen. Können sich die Spinnmilben ungehindert ausbreiten, fließen die Flecken ineinander und lassen die Blätter gelbbraun werden. Ein weiteres typisches Zeichen für einen Spinnmilbenbefall sind die zarten Gespinste, die die Gurkenblätter überziehen. Da es Spinnmilben gerne warm und trocken mögen, kannst Du sie im Gewächshaus bekämpfen, indem Du die Luftfeuchtigkeit deutlich über 60 % erhöhst. Auch eine Bekämpfung mittels Raubmilben zeigt unter Glas gute Erfolge.

Thripse

Deine Gewächshaus-Gurken haben vergilbte Blätter und zeigen Wachstumsstörungen. Wirf einen näheren Blick auf die Blätter: Sind sie mit kleinen hellen Flecken übersät und an den Unterseiten mit winzigen schwarzen Kotpünktchen kontaminiert, ist das ein deutliches Zeichen für einen Thripsebefall. Neemöl-Präparate eignen sich zur Bekämpfung der lästigen Fransenflügler. Sie hindern die Larven an der Häutung, wodurch diese absterben. Darüber hinaus stehen Thripse bei Florfliegenlarven ganz oben am Speisezettel.

Wanzen

Wenn Du am Laub Deiner Pflanzen eigenartige Löcher entdeckst, kann es sich um einen Wanzenbefall handeln. Die Tiere bevorzugen junge, zarte Blätter, die sie anstechen, um den Zellsaft auszusaugen. Wachsen die Blätter, entstehen größere Löcher. Oft sind die Blätter auch missgebildet. Auch an frischen Trieben und jungen Früchten finden sich Einstiche, aus denen ein gelbes gummiartiges Sekret austritt. Entdeckst Du Wanzen an Deinen Gurken, schüttle sie ab und sammle sie auf. Du kannst befallene Pflanzen auch mit Schmierseifenlösung oder einem Spritzmittel aus Neemöl besprühen.

Schäden durch äußere Einflüsse

Neben Krankheiten und Schädlingen können auch äußere Einflüsse wie Temperaturschwankungen, der Wechsel von Trockenheit und Regen und diverse Mangelerscheinungen Schäden an Deinen Gurkenpflanzen anrichten. Um diese Schadbilder zu vermeiden, solltest Du auf kältetolerante Sorten setzen oder die Pflanzen im Gewächshaus kultivieren. Eine konstante Wasserversorgung und eine ausgewogene und maßvolle Düngung helfen Dir, Deine Gurken gesund zu erhalten.

Bittere Früchte

Bittere Gurken schmecken einfach nicht. Und das ist auch gut so. Die Bitterstoffe können in höheren Konzentrationen zu gesundheitlichen Problemen führen. Zwinge Dich deswegen nicht zum Verzehr bitterer Früchte, sondern entsorge die betroffenen Gurken. Setze beim Anbau auf bitterstofffreie Sorten und beachte bei der Pflege folgende Punkte:

  • gieße die Pflanzen regelmäßig
  • verwende kein kaltes Wasser, sondern lass das Gießwasser stehen, bis es sich auf Lufttemperatur erwärmt hat
  • überdünge Deine Gurken nicht
  • decke die Pflanzen in kalten Nächten mit Vlies ab

Abstoßen junger Früchte

Deine Gurke wirft ihre jungen Früchte plötzlich einfach ab. Der Grund dafür ist meist Stress durch heiße Tage und kalte Nächte, anhaltende Trockenheit oder allzu heftiger Regen. Weil die Pflanze ihre Reserven zum Überleben braucht, stößt sie die Fruchtansätze ab. Durch Deine fürsorgliche Pflege entspannt sich die Gurke wieder und kann neue Früchte bilden.

Fruchtmissbildungen

Weisen die Früchte Einschnürungen, extreme Krümmungen oder andere Missbildungen auf, sind meist ebenfalls Temperaturschwankungen oder eine unregelmäßige Wasserversorgung der Grund.

Eingerollter Gipfeltrieb

Der Haupttrieb rollt sich ein und die Blattränder vertrocknen. Die Ursache für dieses Schadbild liegt in einem plötzlichen Wetterumschwung nach einer kalten Periode. Wird es zu schnell heiß, ist der Wasserhaushalt der Pflanze gestört.

Plötzliches Welken

Wenn Deine Pflanze ohne ersichtlichen Grund schlagartig verwelkt, hast Du sie wahrscheinlich zu kalt gegossen. An heißen Sommertagen reagieren Gurken auf kaltes Gießwasser besonders sensibel. Verwende daher Regenwasser aus der Regentonne oder abgestandenes, temperiertes Leitungswasser für die Bewässerung.

Fazit

Gurken sind in unserem mitteleuropäischen Klima leider recht empfindlich und krankheitsanfällig. Eine Vielzahl an Pilzen, Viren, Bakterien und Schädlingen macht den exotischen Kürbisgewächsen hierzulande das Leben schwer. Zum Glück gibt es resistente Züchtungen, robuste Sorten und veredelte Jungpflanzen, die mit Temperaturschwankungen und anderen Unannehmlichkeiten gut zurechtkommen. Mit der richtigen Sortenwahl und guter Pflege bleiben Deine Gurkenpflanzen gesund und bescheren Dir eine reiche Ernte.

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